Team für historische Simulationen
Team for historical Simulations ________________________________________

home                                                         02/2008

Tactica 2007 in Hamburg



Am Freitag, den 23. Februar begann unserer Fahrt zur Tactica nach Hamburg. Eine Wagenladung voll mit Zubehör zu unserem Szenario „Peking 1900“ war bereits am Vortag verpackt worden und auf Reisen gegangen. Doch bevor es am Freitagabend an den Aufbau ging, haben wir uns erst einmal im „Miniatur Wunderland“ im Hamburger Hafen neue Anregungen zur Geländegestaltung geholt. Am Veranstaltungsort, einem Bürgerhaus in Hamburg-Bergedorf angekommen, wurden wir sehr freundlich von den Leuten vom Wargaming Club Hamburg begrüßt und bekamen eine großzügig bemessene Tischfläche an einem hellen Standort mit ausreichender Frischluft zugewiesen. Nach dem Motto „gut geplant ist halb gewonnen“ gestaltete sich der Aufbau recht unproblematisch. Zum Abschluss des Tages, ging es dann gemeinsam mit den Jungs von „Battlefield Berlin“ zum nahegelegenen griechischen Restaurant „Philippos“ mit seinem unerschöpflichen Uozo-Vorräten und leckeren, preiswerten Speisen. Gefühlte 10 Gläser Uozo (pro Person) später ging es dann ab ins Bettchen im familiär und freundlich geführten Hotel „Boberger Höhe“.
Am Samstag fanden sich dann wieder alle Mitstreiter, also Georg, Holger, Michael und meine Wenigkeit am Ort des Geschehens ein. Selbst der influenzageschädigt zurückgelassene Robert hatte die anstrengende Fahrt nach Hamburg auf sich genommen, um wenigsten einen Tag lang dabei zu sein. So spielten wir unser Szenario konsequent bis zur Abenddämmerung durch und es gelang uns immer wieder, das Publikum mit in das Spiel einzubeziehen. Dabei bliebt genügend Zeit, sich auch einmal an den Nachbartischen, beim „Bring & Buy“ und bei den Händlern umzusehen, oder mit dem ein oder anderen mal ein Quätschchen zu halten. Das Catering klappte vorzüglich und warme Häppchen zwischendurch gab es bei „Burger King“ um die Ecke. Abends ging es dann im Pulk ins „Treibhaus“ zum gemeinsamen Abendessen, wo sich noch einmal die Gelegenheit bot, sich bei einer Riesenportion Rippchen intensiv über das Hobby auszutauschen.

Sonntagmorgen galt es dann für uns, die Belagerung des Gesandtschaftsviertels in Peking zu einem Abschluss zu bringen. Dank der souveränen und nahezu genialen Feldherrenkunst von Holger alias Botschafter Robertson alias David Niven und trotz aller technischen Pannen mit dem ihm zur Verfügung stehenden Artilleriepark wurden die Chinesen, Boxer wie auch kaiserliche Truppen völlig demoralisiert in die Flucht geschlagen. Allerdings erst, nachdem diese mit Glückstreffern sowohl Charlton Heston alias Majors Lewis und Capitano Umberto Maltese, den Offizier der italienischen Matrosen tödlich getroffen und mehrere gefangene italienische Matrosen unter Zuhilfenahme von Essstäbchen, Musik auf traditionellen Instrumenten und mit mongolischem Kehlkopfgesang fast in den Wahnsinn gefoltert hatten. Erschwerend kam hinzu, dass sich die an den Händen gefesselten Italiener nicht ausreichend artikulieren konnten. Die Unglücklichen konnten zwar später befreit werden, waren aber nachhaltig gezeichnet. Die deutschen Seesoldaten fügten derweil der alliierten Verteidigungsstrategie als neue taktische Komponente das sinnlose, den Feind verwirrende Hin- und Hermarschieren hinzu. Während die Amerikaner nach mehreren fatalen Fehlversuchen feststellen mussten, dass sich auch beim besten Willen die Gebrauchsanleitung eines Nordenfeld-MG`s nicht für die Bedienung ihres Colt-Maschinengewehres anwenden ließ.
Bei den Chinesen zeichnete sich ein Desaster frühzeitig ab, nachdem sich herausstellte, dass die Artillerie völlig falsch positioniert war, die mongolische Kavallerie sich anderweitig verpflichtet fühlte und die Boxer und Kaiserlichen lieber Mah-Jong spielten als gegen befestigte Stellungen anzurennen. Worauf sich der kaiserliche Oberbefehlshaber (der Unterzeichnende) letzten Endes den Zopf abschnitt, in den Kreis seiner Konkubinen zurückzog und mittels Opium und den bereits erwähnten Konkubinen rituellen Selbstmord verübte (es soll sich noch ziemlich gezogen haben).
Weniger gezogen hat sich dann leider unser Aufbruch gegen Sonntagmittag, bedingt durch eine mittlere häusliche Katastrophen bei einem unserer Mitstreiter. Aber so ist das nun mal, kaum ist man aus dem Hause, fackelt es bei der Familie fast das traute Heim ab. Dass Michael in der offenen Kategorie des Bemalwettbewerbes mit seinem Zeppelin den 2. und einem Dampfpanzer den 3. Platz belegt hat, sei aber noch abschließend erwähnt.
Mein Fazit zu Tactica:
Günstig gelegener Veranstaltungsort, zuvorkommende Veranstalter, prima Catering, gute Spielbedingungen und nettes Publikum. Die breite Palette an Angeboten, machte die übersichtliche Anzahl von Händlern mehr als wett und die Präsentationen und der Malwettbewerb glänzten durch Klasse statt Masse. Die Präsentationen waren nicht nur sehr gut ausgeführt sonder alle auch originell.

Ich kann sagen, wir von der THS haben uns dort alle sehr wohl gefühlt und hätten den Veranstaltern und allen Beteiligten lediglich etwas mehr Publikum gewünscht. Vielen Dank an Frank und das gesamte Team der Tactica, besonders auch an die Damen von Catering und Bring And Buy.
Karl-Heinz (Kalle) Kieckers

PS: Viele weitere tolle Fotos von Tactica 2007 gibt es auch auf der Homepage von Michael Immig unter www.mini-universe.de