Team für historische Simulationen
Team for historical Simulations ________________________________________


Die bunte Welt des TableTop, Teil 4

Für all diejenigen, die sich durch die drei vorangegangenen Artikel durchgeschmökert haben und alle neu Hinzugekommenen folgen nun einige praktische Tips: Zwar haben wir schon alle möglichen Spielsysteme und historischen Epochen vorgestellt, jedoch sollte man sich am besten selbst ein Bild machen. Vor dem ersten Großeinkauf empfiehlt es sich, einige Systeme und Epochen anzuspielen, bei einigen Demonstrationen zu kiebitzen oder sich beraten zu lassen.

Kontakte aufbauen

Eine gute Informationsquelle sind lokale Tabletop-Vereinigungen. Dort findet man neben potentiellen Spielpartnern auch das nötige Know-how in bezug auf die Aufstellung der ersten eigenen Truppenkontingente, Regelexperten und häufig sogar die Möglichkeit, ohne eigene Grundausstattung an Spielen teilzunehmen. Klubs mit eigenen Räumlichkeiten verfügen in der Regel auch über eine kleine Bibliothek mit Regelwerken und Begleitliteratur. Darüber hinaus liegen dort auch nicht selten die neuesten Tabletopmagazine und Miniaturen-, Literatur- sowie Zubehörkataloge aus. Was die Clubszene anbelangt, so lehrt die Erfahrung, das sich mittlerweile in Rollenspielvereinigungen (z.B. bei der GfR), in Modellbauclubs und Zinnfigurenvereinen (z.B. der KLIO, dem Verein für Zinnfigurensammler schlechthin) eigene Sektionen von Tabletopspielern gebildet haben.

Eine weitere Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, bietet ein Tag der offenen Tür (neudeutsch auch Convention genannt) der rührigen Tabletopklubs und -vereine und natürlich die großen Spielemessen. Dort werden neben reinen Wettbewerbsspielen sogenannte Demospiele abgehalten. Letztere sollen das Publikum informieren und an die Thematik heranführen. Bei einigen Spielen wird das Publikum integriert, diese Partizipationsspiele sind natürlich besonders gut geeignet, ein Spielsystem kennenzulernen. In jedem Fall spiegeln die vorgestellten Spiele die aktuellen Trends im Tabletop-Bereich wieder.
Praktischerweise finden sich hier auch gleich entsprechende Händler, die einen Querschnitt aus der breiten Angebotspalette an Miniaturen und Zubehör offerieren. Zu beachten sind auch Angebote aus zweiter Hand. Bei vielen Conventions gehört ein gut bestückter Flohmarkt (neuhochdeutsch bring&buy) schon fast zur Tradition. Auf die wirklich großen Spielemessen wird man durch die Tagespresse, Funk und Fernsehen aufmerksam, weitere Veranstaltungen kündigen sich in den genannten Zeitschriften an.

Aktuelle Informationen liefert die Presse und zunehmend auch das Internet. Eine deutsche Tabletop-Zeitschrift erscheint nicht. Die WuWe, aber auch in Modell-Fan und Kit (in jedem guten Zeitschriftenhandel erhältlich) und etlichen Fanzines enthalten jedoch viele nützliche Informationen auch für unser Hobby. Das geht von Neuheitenvorstellungen über Veranstaltungshinweise (s.o.), Geschäfts- und Klubadressen bis hin zu Privatanzeigen. Bei letzteren interessieren uns neben den Rubriken An- und Verkauf natürlich die Kontaktanzeigen von potentiellen Spielepartnern.

Wirklich wichtige Informationsquellen sind die drei kommerziellen englischen Tabeltop-Magazine Practical Wargamer (PW), Miniature Wargames (MW) und Wargames Illustrated (WI), alle anderen Magazine sind entweder speziell auf eine historische Epoche bzw. Fantasy und SF ausgelegt oder können sich qualitativ nicht mit den oben genannten messen. MW erscheint monatlich und beinhaltet sehr gute Szenarienvorlagen, die man direkt umsetzen kann. Das Bildmaterial, wenn auch vielfach farbig, läßt qualitativ stark zu wünschen übrig. PW erscheint zweimonatlich und bietet weniger Szenarien, dafür sind diese aber gut recherchiert. Die Artikel der PW bestechen durch die Fülle an Hintergrundinformationen. WI erscheint monatlich und vereint die Vorteile der beiden anderen Magazine. Leider gibt es bei dem Direktbezug der WI immer wieder Probleme mit der Auslieferung und der Bezahlung. Daher empfiehlt es sich, diese Zeitschrift über einen englischen Zwischenhändler zu abonnieren. Alle drei Magazine beinhalten die ganze Bandbreite des Tabletops, also auch SF und Fantasy, und bieten in komprimierter Form all das, was wir uns in den deutschen Magazinen mühsam zusammensuchen müssen.
Der Vollständigkeit halber sei noch die White Dwarf (deutsche und englische Ausgabe) erwähnt, in der zwar immer wieder mal gute Artikel über SF- und Fantasy-Tabletops erscheinen, die sich aber ausschließlich mit Produkten aus eigenem Hause (Games Workshop) beschäftigt.

Das Internet ist bekanntermaßen recht chaotisch, daher können wir keine Empfehlungen hierfür geben. Wichtig zu wissen ist jedoch, daß mittlerweile fast alle Zeitschriften und einige Klubs mit ihrer eigenen Homepage vertreten sind. Händler machen zunehmend Gebrauch vom Internet, was natürlich Bestellvorgänge erheblich beschleunigt, und auch die großen Museen entdecken zunehmend die Vorzüge des Internet. Besonders interessant, wenn auch mühselig zu finden, sind Einzelanbieter, die nur so zum Spaß historische Schlachtpläne, Literaturauszüge, Uniformentafeln und noch viel mehr zum Downloaden bereitstellen oder ganze Kampagnen über Internet abwickeln. Gängige Suchbegriffe sind military und wargame.

Häufig finden sich auch im nächstgelegenen Geschäft für Spiele, Modellbau und/oder Fantasyliteratur und -zubehör Flyer, die für regionale Klubs und Veranstaltungen werben. Es lohnt sich bestimmt, dort auf die Privatanzeigen am Schwarzen Brett zu achten.

Hintergrundwissen und Material

So, der Einstieg ist geschafft.
Jetzt wollen wir uns mal ernsthaft in die Materie einarbeiten und brauchen hierzu jede Menge Fachliteratur. Tabletop-SpielerInnen mit einem Hang zum Historischen finden auf Anhieb eine Fülle an Literatur in der nächstgelegenen Stadtbücherei. Soll es dann doch etwas Spezielleres sein, muß die Literatur ggf. gegen eine geringe Gebühr per Fernleihe geordert werden. Man kann natürlich auch die Bibliotheken der militärhistorischen Museen in Rastatt, Ingolstadt und Bad Wildungen oder die Zentralbibliothek der Bundeswehr im Armeemuseum Dresden persönlich heimsuchen. Hier gibt es entsprechendes Anschauungsmaterial. Aber auch in Landes- und Regionalmuseen finden sich überraschend viele Informationen über die verschiedensten Epochen, von den großen Museen im benachbarten Ausland mal ganz abgesehen. Wie wäre es denn mal mit einem Besuch in den Armeemuseen von Belgien (Brüssel), Frankreich (Paris), Großbritannien (London), Polen (Warschau) und den Niederlanden (Leiden). Fehlt noch die Reise zu den zahlreichen Schlachtfeldern von Worringen bei Köln bis Waterloo. Nahezu überall gibt es Relikte und Informationsmaterial. Letzteres ist allerdings häufig vaterländisch angehaucht und damit nicht frei von Fehlern. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns nun gerade bei Verdun oder auf der Gallipoli-Halbinsel befinden.

Damit sind wir wieder bei der Literatur. Nicht immer wollen oder können wir die Literatur nur entleihen. Gute Fachliteratur findet sich selten auf Flohmärkten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Antiquariate verlangen oft Phantasiepreise, es sei denn, man gehört zur Stammkundschaft und/oder kennt sich gut mit den Preisen aus. Die sogenannten Modernen Antiquariate bieten hingegen aktuelle Bücher zu günstigen Preisen an. Besonders die aufwendigen Ausstellungskataloge sind hier binnen Jahresfrist oft schon zum halben Preis zu haben. Sind alle diese Quellen erschöpft, bleibt die Bestellung beim örtlichen Buchhändler oder der Versandhandel. Besonders bei der Suche nach fremdsprachigen oder antiquarischen Bücher gibt es zum Versandhandel kaum eine Alternative.

Bei Bestellungen im Ausland, und das gilt nicht nur für Literatur, ist übrigens die Zahlung per Kreditkarte die preisgünstigste, schnellste und einfachste Methode. Eurocard und vor allem Visa werden besonders in England durchweg akzeptiert. Bei der Zahlung per Euroscheck (nur zur Verrechnung) entstehen je nach Geldinstitut niedrige oder hohe Kosten (2,50 bis 15,-DM pro Scheck). Überweisungen per Bank- oder Post sind generell umständlich, zeitraubend und teuer.

Figuren kaufen

Wo wir gerade über Einkäufe reden. Natürlich wollen wir, vollgestopft mit Informationen, endlich unsere erste eigene Miniaturarmee ins Feld führen. Das größte Angebot an Miniaturen und Zubehör für Tabletop-Spiele stammt aus Großbritannien. Silber geht an die USA/Kanada und Bronze an Deutschland, dicht gefolgt von Italien. Japan und Frankreich können sich bestenfalls in der Disziplin Plastikmodelle plazieren. Wenn wir uns für Metallminiaturen entscheiden, kommen wir an Importware aus dem englischsprachigen Raum kaum vorbei. Ist schon klar, es gibt auch die 15 und 25mm Figuren von Hobby Products aus deutschen Landen und 25mm Figuren von Mirliton (Italien). Aber dabei handelt es sich eher um (positive) Ausnahmeerscheinungen. Kaufen wir nun die Importware vor Ort vom Händler um die Ecke, dem deutschen Importeur per Versand oder direkt vom Hersteller im Ausland? Diese Gretchenfrage muß sich jeder selbst beantworten. Der deutsche Zwischenhandel ist keine karitative Einrichtung und so sind die Preise entsprechend höher als die Preise der Hersteller im Ausland. Andererseits muß man in der Regel mit 30% Porto und Verpackungskosten bei Lieferungen aus dem Ausland rechnen. Deutsche Importeure können nicht die vollständigen Sortimente aller gängigen Firmen lagern, deswegen können sich Bestellungen bisweilen ziemlich hinziehen. Beim Einkauf in einem der mittlerweile zahlreichen deutschen Läden sieht man, was man bekommt. Gibt es trotzdem Reklamationen, so sind sie mit weniger Problemen behaftet als bei einer mail-order im Ausland. Nicht zuletzt stützt man mit jedem Kauf hierzulande, nein, nicht die deutsche Wirtschaft, sondern die hiesige Tabletopszene.

Empfehlungen und Geschäftsadressen möchten wir uns an dieser Stelle verkneifen, weil das Angebot im In- und Ausland einfach zu groß ist, wir verweisen daher auf die entsprechenden Magazine (s.o.). Wem das alles viel zu umständlich ist, der soll doch eine Kaffeefahrt nach England buchen und dort bei einer der großen Conventions/Shows in den Kaufrausch verfallen. Tagestrips per Bus vom Ruhrgebiet nach London gibt es schon ab 69,- DM. Oder man überzeugt den familiären Anhang, daß der nächste Sommerurlaub an Englands Südküste oder den schottischen Highlands geradezu traumhaft werden kann (ist noch nicht mal gelogen).

Kommt man auch damit nicht durch, muß man selbst Hand anlegen und den überwiegenden Teil der ersten Privatarmee in Eigenarbeit gießen. Formenbau ist allerdings etwas für Fortgeschrittene, und das Angebot an Gießformen der Firma Prince August für 25mm napoleonische und Fantasyminiaturen ist stark eingeschränkt. Außerdem ist das Zinngießen ob der giftigen Dämpfe mit erheblichen Gesundheits- und Unfallrisiken (flüssiges Zinn durchdringt locker Jeans und andere Stoffe) verbunden. Sollen sich doch lieber Leute mit Erfahrung die Finger verbrennen. Noch weitaus frustrierender kann die Anschaffung von Weichplastikfiguren (Airfix, Revell usw.) sein. Es nützt kein vorheriges Bad in Seifenlauge, keine Spezialgrundierung und kein Bootslack. Hat man einige Dutzend Figuren filigran bemalt und kommen diese dann zum Einsatz, blättert die Farbe gnadenlos und mit tödlicher Sicherheit wieder ab.

Am besten kauft man sich direkt eine bemalte Armee. Je nach Geldbeutel kann es sich um Truppen vom Wühltisch (bring & buy) oder um eine speziell nach den Wünschen des Käufers maßgeschneiderte Armee in Luxusbemalung (passend zur Designerunterwäsche des Auftraggebers) handeln. Das Angebot in den britischen Magazinen ist schier unerschöpflich, und auch in deutschen Modellbau-Magazinen finden sich die Anzeigen von Bemalungsstudios. Jedenfalls spart man sich dann die mühevolle Arbeit, die Figuren zu bemalen und zu basieren.

Figuren bemalen

Hatten wir eigentlich schon ausdrücklich erwähnt, das unsere kleinen Lieblinge gerne bunt und nach historischem Vorbild korrekt bemalt werden wollen? Na ja, manchem Warhammer-Spieler kann man das wohl nicht häufig genug sagen. Und schon sind wir beim nächsten Thema. Wenn man schon ein kleines Vermögen für Figuren ausgegeben hat, sollte man auch dafür sorgen, daß man das Beste aus ihnen herausholt. Viele Leute sind der Meinung, Figuren zu bemalen sei unglaublich schwer und langwierig. Das ist absolut nicht der Fall. Sind vielleicht die ersten Versuche nicht gerade wettbewerbsfähig, so kann man doch in relativ kurzer Zeit viele Techniken erlernen, die das Bemalen erleichtern, schneller von der Hand gehen lassen und zu durchaus passablen Ergebnissen führen. Bei ganzen Armeen wirkt ohnehin die Masse und die weniger gut gelungen Stücke lassen sich problemlos in den hinteren Reihen verstecken. Über unterschiedliche Maltechniken wollen wir an dieser Stelle nicht seitenweise philosophieren. Weiter unten haben wir die elementaren Punkte zusammengestellt, mit denen man akzeptable Ergebnisse erzielt, ohne sich den Wolf zu basteln, völlig unabhängig, ob Sie nun Künstlerölfarbe oder Plaka benutzen.

Spielflächen

OK, die Armee ist fertig! Kann es jetzt endlich losgehen? Nein, wir haben ja noch gar keine Spielfläche. Für 25mm Armeen braucht es schon etwas Platz, Tische mit einer maximalen Breite von 1,60 sind ideal, weil man selbst Figuren, die im Zentrum plaziert werden, noch erreichen kann. Die Länge sollte entsprechend mind. 2,40m betragen. Optimal sind zwei teilbare Tischtennistische, die man je nach Bedarf kombinieren kann. Für die Miniaturen im kleineren Maßstab reicht dann schon ein großer Küchen- oder Eßtisch. Optimale Bedingungen findet man allerdings bestenfalls in einigen Klubs oder Geschäften, die (natürlich völlig uneigennützig) Spielflächen zur Verfügung stellen. Ansonsten muß man eben ein wenig improvisieren. Modelleisenbahnanlagen kann man durchaus zweckentfremden oder einfach wenden. Wenn wir den kleinen Bruder auch mal mitspielen lassen, wird er bestimmt Verständnis zeigen. Holzböcke und ein stabiles Brett reichen aber auch schon. Dringend abzuraten ist von Rasenflächen oder den traditionellen Sandkästen. Die Verlustquote bei den Truppen durch Verschüttung, Rasenmäher, Elstern und Kleinkinder ist einfach zu groß. Sand kommt höchstens in wohldosierter Form und gesäubert (Vogelsand) als Streumaterial auf die Spielfläche. Andere Streumaterialien sind Kaffeesatz (bitte nur ganz wenig und pulvertrocken) oder Korkraspel. Auch mit einigen handverlesenen Steinen (Bruchschiefer und/oder Kiesel) und einigen Korkeichenstücken (Zoohandlung) läßt sich die Miniaturlandschaft beleben. Hinzu kommt noch imprägniertes Moos aus dem Modellbauladen oder unbehandeltes Moos aus dem Blumenladen, das allerdings nach dem ersten Gebrauch immer feucht gelagert werden muß. Kommerzielles Streupulver ist meistenteils zu grob, kann aber mit einer (ausrangierten) elektrischen Kaffemühle gut verfeinert werden. Bäume gibt es für teures Geld im Modellbaufachhandel. Trockene Wurzelzweige geben sogar noch realistischere Baumstämme mit Geäst ab. Die Beflockung mit Laub ist aber eher etwas für fortgeschrittene Modellbauer. Nach zum Teil leidvollen Erfahrungen fassen viele Tabletopspieler Felsen, Bäume, kleine Gebäude und andere Geländemerkmale in kleine Gruppen auf stabilen ausmodellierten Basen zusammen. Als Unterlage dient hier ein grasgrünes oder sandfarbenes Filztuch, das auch dann keine Falten wirft, wenn man unregelmäßig geschnittene Teppichfliesen darunter stapelt, um Höhenzüge oder Hügel zu simulieren. Das Spielfeld bleibt variabel und leicht transportabel. Variable, meist quadratische Geländemodule werden im Handel angeboten oder können selbst erstellt werden. Sie sind aber anfällig gegen Beschädigungen und aufgrund ihrer Größe schwer zu transportiern und zu lagern. Spezielle Gebäude und Befestigungen für Tabletopspiele aller Epochen, Stilrichtungen und Maßstäbe bietet der Fachhandel an. Hier lohnt es sich nur in den seltensten Fällen, selbst zum Baumeister zu werden. Vorsicht ist bei den qualitativ hochwertigen deutschen Modellgebäuden von Kibri, Faller usw. geboten, da sie meistens vom Maßstab und der Epoche her keine Verwendung finden können.

Nun geht es aber wirklich los! Ideen für Szenarien finden Sie in jedem Sandalenfilm, zahlreichen Fantasyromanen, im Geschichtsbuch oder der Fachliteratur. Szenarien lassen sich mit mehr oder weniger Aufwand in andere Epochen transponieren. Und wenn Ihnen gerade mal nichts einfällt, drapieren Sie einfach wahllos einige Geländeteile auf dem Spielfeld, positionieren Ihre Truppen und auf geht's.

 

  1. Keine Panik!

  2. Das gesamte Arbeitsmaterial muß in gutem Zustand, von guter Qualität und in greifbarer Nähe sein. Nicht die Masse oder der Preis sind entscheidend, sondern die Handlichkeit der Werkzeuge. Zu Risiken bei der Verwendung von Sekundenklebern und Bastelmessern fragen Sie die erfahrenen Autoren dieses Artikels.

  3. Der Arbeitsplatz muß gemütlich, geräumig und gut ausgeleuchtet sein. Bemalungsvorlagen und eine stabile, abwaschbare Arbeitsunterlage nicht vergessen.

  4. Die Figuren müssen gut vorbereitet sein. Sie sollten entgratet, ggf. verspachtelt, auf einer Halterung (z.B. Plastikdrehverschlüsse von Pfandflaschen) befestigt, grundiert und trocken sein.

  5. Die Arbeitsschritte sollten geplant werden und möglichst 5-10 gleichartige Figuren schrittweise bearbeitet werden.

  6. Das Bemalen funktioniert so, als wolle man die Figur anziehen. Es geht immer von innen nach außen. Erst kommt die Haut, dann das Gesicht, dann die körpernahe Kleidung, es folgen Umhänge, Mäntel usw. und zuletzt die Waffen.

  7. Durch Aufhellen erhabener oder Abdunkeln tieferliegender Partien (z.B. beim Faltenwurf der Kleidung) gibt man einer Figur mehr Plastizität. Besondere Maltechniken vereinfachen dieses Schattieren ungemein.

  8. Figuren werden in der Regel zu Gruppen zusammengefaßt (je nach Regelsystem) und auf Grundflächen (Bierdeckelfilz, Zeichenkarton, Balsaholz) von definierter Größe geklebt, also basiert. Diese Basen sollten in jedem Fall wie ein winziger Geländeausschnitt modelliert werden.
  9. Schutzlackierung (es darf ausnahmsweise Sprühlack sein) nicht vergessen. Beim Sprühen auf genügend Abstand achten, für eine gute Belüftung sorgen und Omas Chippendale-Buffet vorher abdecken.

  10. ...und keine Panik, wenn doch was schiefgeht!

 

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