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Museum für Antike Schiffahrt in Mainz


Diese kleine themenbezogene Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am südlichen Ende der Einkaufszone mit zahlreichen malerischen Häusern gelegen ist es sowohl mit dem Auto Parkhaus Südbahnhof/CineStar oder per Bahn (Ausstieg Südbahnhof) leicht zu erreichen. Das seit Ende 1994in hellen, geräumigen ehemaligen Fabrikgebäuden untergebrachte Museum ist ein Ableger des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.

Neben der eigentlichen Ausstellung wird hier auch geforscht und konserviert. Das absolute Highlight bildet eine ständig wachsende Anzahl von maßstabgetreuen Schiffsrepliken. Zwei dieser Repliken sind im Maßstab 1:1 ausgestellt. Hierbei handelt es sich um einen Militärtransporter und ein Patrouillenboot, beide aus aus dem 3.-4.Jh. n. Chr..

Der Schwerpunkt liegt bei der Rekonstruktion von Flußschiffe, wie sie in der Mainzer Innenstadt bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Detailliert wird die Bauweise der unterschiedlichen Bootstypen geschildert und an Funden belegt. Die Ausstellung stellt aber auch auf sehr anschauliche Weise die Organisation der römischen Flotte, Hafenanlagen und das Leben der Besatzung dar. Alles immer untermauert durch entsprechende Funde, wie etwa Grabsteine, Friese, und Urkunden. Zur Zeit wird die Ausstellung um eine größere Anzahl von neuen Modellen erweitert und der Nachbau eines "Weintransporters" in Orginalgröße ist in Vorbereitung.



Durch die ständige Erweiterung der Museumsbestände ist die dort erhältliche Literatur nicht mehr völlig auf dem neuesten Stand. Der Kauf des großformatigen Museumsführes lohnt sich dennoch. Wer sich gerne intensivere mit der Materie beschäfftigen möchte, sei auf die Publikation Römerzeitliche Schiffsfunde von A.Mees und B.Pferdehirt, Mainz (2002) verwiesen. Beides ist zusammen mit einigen Postkarten im Museum erhältlich. Im Internet informiert das Museum unter http://web.rgzm.de/73.0.html oder besser noch http://www.rgzm.de/navis/Musea/Mainz/Navismus.htm . Eine dort erwähnte CD ist leider zwischenzeitlich vergriffen. Der Eintritt in das Museum ist übrigens kostenlos.

Einem freundlichen Mitarbeiter des Museums verdanke ich nicht nur die Erlaubnis, die Modelle des noch nicht freigegebenen neuen Ausstellungsteiles aus der Nähe fotografieren zu dürfen, sondern auch noch einen zusätzlichen Tip: Von der obersten Plattform des gegenüberliegenen Parkhauses hat man zur Rückseite hin einen prächtigen Ausblick auf die Reste des römischen Theaters. Und wenn man ohnehin schon in Mainz ist, bietet es sich sicherlich auch an, das Römisch-Germanischen Zentralmuseum zu besuchen.

Als weiterführende Literatur zur "Antiken Schiffahrt" sein auf Die römische Flotte von H.D.L. Viereck aus dem Koehler Verlag, Herford (1975) verwiesen. Ganz nett und besonders anschaulich ist auch La marine antique (2) aus der Serie Les voyages d'Alix von Jacques Martin erschienen by Casterman (1999).
Alle auf dieser Seite genannten Bücher stehen im HQ zur Einsicht bereit.

Karl-Heinz Kieckers (07/2006)