THS - Team für historische Simulationen / Team for historical Simulations

Team für historische Simulationen
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Die Brücke von Remagen

Ein Exkurs im April 2011

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Am 7. März 1945 konnten amerikanische Verbände etwas südlich von Bonn diese letzte, unzerstörte Rheinbrücke einnehmen und so den weiteren Vormarsch der Aliierten sicherstellen. Die 1918 fertiggestellte Ludendorfbrücke diente als Eisenbahnbrücke bereits im 1. Weltkrieg als Transportweg für Nachschub an die Westfromnt, aber auch dem Rückzug und dem Einmarsch amerikanischer Truppem. Die Brücke brach zwar bereits wenige Tage nach der Übernahme durch die Amerikaner 1945 zusammen, die Brückenpfeiler und der Tunneleingang am Fuße der Erpeler Ley blieben jedoch bis heute erhalten.

Da ich das dortige sehr interessante Friedensmuseum in einem der Brückenpfeiler bereits von einem früheren Besuch her kannte, führte mich mein erster Weg zur Apollinariskirche, von der aus die vorrückenden amerikanischen Verbände 10945 erstmals die Rheinbrücke erblickten. Ein Ausblick, der allerdings nur von einem der Kirchtürme oder dem vorgelagerten Kirchengelände aus gewährt wird, wenn man dort Zutritt erlangt. Dafür hat man etwas oberhalb der Kirche am Aussichtspunkt Hl.Franziskus einen sehr schönen Blick vorbei an den Kirchtürmen hinüber zur anderen Rheinseite hin zur Erpeler Ley, dem Felsen, an dem die Bahnstrecke über die Ludendorfbrücke durch einen Tunnel weitergeführt wurde.

Lage der Apollinariskirche
Vorplatz der Apollinariskirche
Blick von St.Franziskus
Im Hintergrund die Erpeler Ley

Weiter ging es in den Ort Remagen, der sich heute allerdings wenig urtümlich präsentiert. Von dort aus brachte mich eine Personenfähre direkt nach Erpel. In diesem Städtchen blieben viele alte Fachwerkhäuser erhalten. Mit seinen engen Gassen ist hier eher nachzuvollziehen, wie auch sein Gegenüber, das Städtchen Remagen noch 1945 ausgesehen haben mag.

Brückenpfeiler mit Friedensmuseum
Lage der Ludendorfbücke mit den Pilonen an beiden Flussufern
Altes Fachwerkhaus
in Erpel
Straßenszenen in Erpel
Straßenszene (2)

Ein kurzer Spazierweg führte mich von Erpel aus zum Brücken- und Tunnelportal. Nachdem der Tunnel jahrzehntelang vernachlässigt wurde, dient er heutzutage in den Sommermonaten als beklemmende Kulisse für Aufführungen des Schauspiels Die Brücke nach dem Roman von Rolf Palm.

Brückenpfeiler bei Erpel
Detailaufnahme
Tunneleingang

Von dort aus ging es wieder ein kurzes Stück zurück und dann in einem beschwerlichen Anstieg auf den Felsen der Erpeler Ley mit großem Aussichtsplatz und der zusätzlichen Aussicht auf Kaffee und Kuchen in der gut besuchten Ausflugsgaststätte. Wer den Aufstieg scheut, fährt von Remagen aus in den südlichen Ortsteil Kripp, setzt dort mit der Autofähre über und fährt über Erpel den schmalen, kurvenreichen Weg hinauf zur Gaststätte.
Jedenfalls kann man von hier aus die Lage der Brücke recht gut nachvollziehen. Während rechter Hand sich am gegenüberliegenden Ufer die Apollinariskirche auf halber Höhe der Rheinhöhen abzeichnet, öffnet sich zur Linken das Ahrtal über dem 1945 noch deutsche Truppen und Zivilisten aus der Eifel überwiegend per Bahn evakuiert wurden. Die Bahntrasse ist allerdings einem Industriegebiet gewichen.

Blick von der Erpeler Ley Richtung Ahrtal
Blick Richtung Apollinariskirche und Rheinhöhen

Mit diesem Ausblick über einen großen Teil des Areals endet auch mein Bericht. Alles in Allem war es ein interessanter, wenn auch anstrengender Halbtagstausflug bei bestem Wetter. Die Tour ist vom Ruhrgebiet aus gemütlich mit Museumsbesuch in einem Tag zu schaffen. Dabei kann man ruhig auch mal beispielsweise in Erpel, am Remagener Rheinufer oder auf der Ley Station machen.

Es empfiehlt sich, sich vorab in die Thematik einzulesen und Kartenmaterial zu studieren oder zuerst das Friedensmuseum zu besuchen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Besonders hilfreich fand ich: Remagen 1945 von Steven Zalonga, erschienen bei Osprey in der Campain-Serie 2006, eine alte Ausgabe der Zeitschrift After The Battle, Then and Now erschienen 1985 und den dokumentarischen Bericht Die Brücke von Remagen von Rolf Palm. Historisch nur sehr bedingt gibt auch der Spielfilm The Bridge at Remagen aus dem Jahr 1969 die damaligen Geschehnisse wieder.

Kleiner Tipp
Auf der Rückfahrt Richtung Norden kann man noch nahe Königswinter im Örtchen Niederdollendorf einen Zwischenstopp einlegen. Dort weist direkt am Rheinufer eine Informationstafel auf die Hodges-Brücke hin. Eine Behelfbrücke, über die, nach dem Zusammenbruch der Ludendorffbrücke sowohl der amerikanische Nachschub als auch die deutschen Flüchtlingsströme über den Rhein geleitet wurden.

Standort der
Hodges-Brücke
Informationstafel
Details
Details (2)

Karl-Heinz Kieckers