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Nächtlicher Überfall auf Dingelstädt

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Ein frei erfundenes Szenario zum Dreißigjährigen Krieg nach BlackPowder-Regel.
Ausgedacht und umgesetzt von Bernhard Hennen, realisiert am 16. und 30.4.2010 im THS-HQ.

Im beschaulichen Städtchen Dingelstädt, irgendwo im Schwäbischen, haben schwedische Truppen Quartier bezogen. Die Mannschaften, bestehend aus Musketieren und Pikenieren und verstärkt um Artillerie, hat, sehr zum Leidwesen der Bewohner, die Wohnhäusern belegt, die höheren Chargen haben sich zu einer mitternächtlichen „Lagebesprechung“ im Wirtshaus „Zum friedlichen Esel“ zusammengefunden. Nur wenige Wachtposten streifen durch das Städtchen. Die Geschützstellung an der Brücke über den südlich vorbeiziehenden Plitschbach liegt verlassen da und auch der solide Turm der Feste „Greifenstein“, in dem Munition und Pulver gelagert sind, ist nur schwach bemannt.


In Unkenntnis der Truppenposition sind am späten Abend kaiserliche Truppen bis zum Ufer des Plitschbachs vorgerückt. Die Kaiserlichen setzen sich zusammen aus einem Kürassierregiment, einem Reiterregiment, einem Trupp Irregulärer (Kroaten) und Scharfschützen zu Fuß. Letztere bildeten sich aus Veteranen der Kämpfe in Flandern.


In mondheller Nacht wollen die Kaiserlichen den Plitschbach überschreiten. Die Flandernveteranen sollen den Plitschbach durchwaten, die Geschützstellung mit den vermeintlich dort stationierten Artilleristen überrennen und von dort dann in die Festung „Greifenstein“ vordringen, um die dort vermuteten Offiziere auszuschalten. Die Kroaten sollen über die Brücke direkt in die Stadt eindringen, um Verwirrung zu stiften. Ihnen folgen die Reiter, um jeden sich bildenden Widerstand im Keim zu ersticken. Zwischenzeitlich soll das Kürassierregiment den Plitschbach an anderer Stelle queren, Dingelstädt umgehen und von Norden her in den Ort vorrücken. Schlußendlich sollen sich die Truppen dann auf dem Marktplatz von Dingelstädt wieder vereinen, um den Sieg zu feiern und die Früchte des Sieges zu genießen. Aber es sollte ganz anders kommen!

Die Flandernveteranen finden zu ihrem Erstaunen in der Stellung nur die unbemannten Geschütze vor, dafür erweist sich die Einnahme des „Greifenstein“ als zeitraubende Angelegenheit, da Türen gewaltsam zu öffnen sind und die kleine Besatzung erbitterten Widerstand leistet. Die erhoffte Gefangennahme der gegnerischen Offiziere scheitert mangels Masse, da die Offiziere ja im Wirtshaus zechen bzw. taktische Einzelheiten besprechen. Die Kroaten treffen zwar zahlenmäßig nur auf geringen, aber dafür besonders heftigen Widerstand beim Vorrücken in die Stadt. Immer wieder werden sie zurückgeworfen, nur um sich erneut in den Kampf zu werfen. Das nachrückende Reiterregiment, aufgeteilt in zwei Schwadronen, wird dadurch im Vormarsch behindert und sieht sich zunehmend selbst durch die nunmehr alarmierten und sich rasch formierenden gegnerischen Musketiere unter Druck. Selbst kleine schwedische Truppenteile zu Fuß halten sich erstaunlich lange gegen die berittenen Angreifer. In dem Durcheinander gelingt es den schwedischen Artilleristen, die Geschützstellung zu bemannen, sie können aber aufgrund der geringen Sichtweite bei Nacht das Feuer nicht eröffnen, so dass sich am Ende die Reste der kaiserlichen Truppen über den Plitschbach zurückziehen können.
Schwedische Nachtwache
Die Kaiserlichen rücken vor
Die Flandernveteranen nehmen Greifenstein
Die Kroaten treffen auf Widerstand
Kaiserliche Reiter im Nahkampf
Das Gefecht wogt hin und her

Ein ähnliches Schicksal ereilt das kaiserliche Kürassierregiment. Nach anfänglichen Erfolgen formieren sich nach und nach die schwedischen Pikeniere und Musketiere. Zudem stellte der Kürassierobrist mit Schrecken fest, dass es in Dingelstädt zwei Marktplätze gibt und dieses eine Vereinigung mit der Hauptmacht nahezu unmöglich macht. Nach mehreren Angriffsversuchen müssen so auch die kaiserlichen Kürassiere den geordneten Rückzug antreten.
Die Kürassiere rücken vor
... treffen auf Widerstand
... der stetig zunimmt
Die Situation stabilisiert sich immer weiter zu Gunsten der Schweden

Arg gerupft ziehen die Kaiserlichen ab. Die Schweden können sich trotz Verlusten in Dingelstädt behaupten und den Sieg nach einer Nacht des Schreckens und der Verwirrung für sich verbuchen. Für die ach so sorglosen schwedischen Wachtposten dürfte die Sache aber noch ein Nachspiel haben.
Die Schweden besetzen
die Stellung

und drehen die Kanonen
Die Kaiserlichen auf dem Rückzug