Team für historische Simulationen
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home                                                         02/2008

Athen - Eindrücke einer Reise

Den allerersten Eindruck und Ausblick auf Athen erhält man beim Anflug (unbedingt Fensterplatz in Flugrichtung rechts sichern) auf den Eleftherios-Venizelos-Flughafen, an welchen sich in einiger Entfernung nördlich die Ebene von Marathon mit dem Schlachtfeld aus den Perserkriegen (490 v. Chr.) anschließt.

Ein absolutes Muß für jeden Touristen ist der Wachwechsel der Evzonen am Grabmal des Unbekannten Soldaten ganz in der Nähe des Syntagma-Platzes, mitten in der City. Der kleine Wachwechsel findet stündlich statt, der große Wachwechsel mit Parade einer kompletten Kompanie mit Kapelle sonntags um 11 Uhr.


In jedem Fall lohneswert ist auch der Besuch des Benaki-Museums, welches einen Querschnitt durch die griechische Kunst und Kultur aller Epochen präsentiert, darunter auch eine beträchtliche Anzahl von großformatigen Gemälden mit Motiven aus den Befreiungskriegen. Von der Fülle der Eindrücke kann man sich dann im Café auf der Dachterrasse mit Blick auf den Nationalgarten, eine der vielen grünen Oasen in dieser ansonsten hektischen Großstadt, erholen.

In unmittelbarer Umgebung geelgen sind das Byzantinische Museum und das Armee-Museum. Das Byzantinische Museum ist mein persönlicher Favorit. überwiegend angelegt in kühlen Gewölben unter eine palastartigen Herrenhaus erlaubt uns dieses Museum in sehr anschaulicher und überhaupt nicht verstaubten Form einen Einblick in die byzantinische Kultur unterstützt von exquisiten Schauobjekten.

Eher enttäuschend präsentierte sich für mich das Armee-Museum. Leider war nur das Stockwerk geöffnet, welcher das 20.Jh. repräsentiert. Das Stockwerk mit Exponaten von der Archaischen Zeit bis hin zu den Befreiungskriegen, welches ich aus einem früheren Besuch noch in guter Erinnerung behtitleen hatte, war nicht zu besichtigen. Ein Museumsführer oder andere Informationen in Bild oder Schrift waren nicht zu erhtitleen und da das Personal keine Fremdsprachen beherrschte, war es mir auch nicht möglich mündliche Informationen zu erlangen.

Eine Überraschung barg für mich das Nationalmuseum im titleen Parlamentsgebäude. Dort werden unter anderem zahlreiche Relikte aus den Befreiungskriegen ausgestellt. Darunter befinden sich beispielsweise die Waffen und Rüstung des Nationalhelden Kolokotronis und eine beträchtliche Anzahl osmanische Fahnen als Kriegsbeute. Hier lohnt sich auch ein Blick auf die zum Verkauf stehende Literatur.

Am Nationalmuseum für antike Kunstschätze geht natürlich auch kein Weg vorbei. Mein Tip ist hier, sich auf eine Abteilung zu konzentrieren. Militärhistorisch Interessierten bietet sich da in erster Linie die riesige Keramiksammlung mit schwarz- und rotfigurigen Vasen an. Dort sind neben Alltagsszenen und mythischen Darstellungen auch viele Kampfszenen zu bewundern. Der Detailreichtum der Abbildungen ermöglicht viele neue Eindrücke und Erkenntnisse.

Bleibt noch der Vollständigkeit halber die Akropolis und die Agora mit der rekonstruierten Stoa des Attalos zu erwähnen. Allerdings erlauben Lykavittos- und Phillopappos-Hügel ebenso schöne Ausblicke. Vom Lykavittos aus kann man eine einem der wenigen klaren Tage ganz Athen bis hin nach Piraeus überblicken. Selbst bis hin zur Ebene von Marathon am Horizont schweift dann der Blick.

Souvenirjäger werden in der Plaka fündig. Dort gibt es zahlreiche Modelle griechischer Bau- und Kunstwerke im Modell und die byzantinische Flagge (schwarzer doppelköpfiger Adler auf gelbem Grund) in allen nur erdenklichen Größen. Außerdem werden noch grausige Repliken "antiker" Waffen angeboten. Was man auf Grundlage der Gipsmodelle an Tabletopzubehör nutzen kann, darüber dann mehr an anderer Stelle. Die byzantinische Flagge steht in Griechenland als Symbol der orthodoxen Kirche und einer eher konservativen Einstellung. Sie sollte daher im Lande selbst nicht unbedingt herumgezeigt werden.

Soviel zu meinen Eindrücken von Athen, die ich bei meinem Besuch im Jahre 2005 gesammelt habe. Die beste Reisezeit ist übrigens der Mai. In der Zeit davor kann einen sonst schon mal ein Regenschauer überraschen und im Hochsommer wird es einfach unerträglich heiß. Für einen stressfreien Besuch dieser Metropole sollte man schon eine ganze Woche einplanen. Da sind dann durchaus auch Halbtagsausflüge nach Piraeus und Marathon drin. Über mögliche Abstecher dorthin und zu den Thermopylen später mehr.

Für den Rückflug sichern wir uns dann wieder die gleichen Sitze (s.o.), weil wir dann kurz vor dem überflug von Tessaloniki rechter Hand die drei Finger der Halbinsel Chalkidiki.sehen. An der Spitze des nördlichen Fingers liegt die Mönchsrepublik Athos, an seiner engsten Stelle, am Übergang zur Hauptinsel hat Xerxes 480 v.Chr. einen Kanal graben lassen um mit seiner Flotte ungehindert von Stürmen nach Griechenland vorzudringen, was bekanntlich in der Schlacht um die Thermopylen, den Seeschlachten von Artemision und Salamis sowie der finalen Schlacht bei Plataia mündete.

Unentbehrlich für die Vorplanung und den Aufenthalt in Athen war der Athen-Führer im Taschenformat aus der Reihe "DUMONT direkt". Neben ausreichendem Kartenmaterial enthält er auch Beschreibungen von Touren durch die Stadt. Auf diesen Touren erobert man zu Fuß recht bequem die ganze Innenstadt mit ihren bekannten, aber auch weniger bekannten Sehenswürdigkeiten.

Karl-Heinz Kieckers (07/2006)